Barbed wire as medium, wire as space for projection

„In the Borderland you are the Battleground“ 

Barbed wire as medium, wire as space for projection
At the centre of the album „To live in the Borderlands“ by Klaus Karlbauer is the „border experience“, the supposed geographic transition between the homeland and the foreign land, the transitory crossing between the „one“ and the „other“. How do borders sound? How does the material sound, that protects? What is the sound of this day and age?

Im Zentrum des Albums „To live in the Borderlands“ von Klaus Karlbauer steht das „Grenzereignis“, der vermeintliche, geographische Übergang zwischen Heimat und Fremde, der transitorische Übergang vom Einen zum Anderen. Wie klingen Grenzen? Wie klingt das Material, das schützt? Was ist der Sound der Gegenwart?

Der Stacheldraht dient sukzessive als ikonisches Abbild, Gedankenbild einer Zeit, deren Bilder sich in das kollektive Bewusstsein eingefleischt haben, tief und triefend. Er schließt ebenso aus wie er einschließt. Die konkrete Schwelle des Übergangs, die physische Grenze wird zum Reflexionsraum. Stacheldraht als Medium, Draht als Projektionsraum. Es geht nicht darum, einen Kommentar abzugeben sondern vielmehr eine mögliche Emotion durch ästhetische Parameter zu schaffen. Es geht um Übergänge und Nicht-Orte, Bewegung und Stillstand, um den eigenen Körper als letzte Grenze, die niemals zu überwinden sein wird, um den eigentlichen Battleground auch außerhalb dieser geographisch erfassbaren Trennlinien. Welche Sprache spricht der Draht, der nie zu Wort kommen kann aber stets als stilles Monument zwischen den Ländern und den Debatten steht, still schweigend. Wie lässt sich dieses Schweigen brechen? Wie klingt diese Ein- und Ausschließung?

Die Kompositionen sind schleppend, ultra-verlangsamt, kurz vorm Stillstand, Fast so, als wären sie gerade dabei, in sich zusammenzufallen. Diese Zeitdehnung öffnet Zwischenräume, schwemmt verborgene Mikrostrukturen an die Oberflächen, öffnet einen Dialog zwischen Innen und Außen, Heimat-Sound trifft auf Grenz-Sound oder Zwischen-Sound, dient als ein wesentliches Leitmotiv in dieser Metapher eines Borderlands, einem „Land“, dass gerade durch seine schemenhaften Umrisse gekennzeichnet ist Dem gegenüber steht der Sound einer präparierten Anton-Karas E-Zither, die Projektion eines längst vergessenen Heimatbegriffes: leicht verstaubt, ungestimmt aber nicht vergessen.

In Kollaboration mit der Sängerin und Performerin Rosivita entstand auf Basis von Trinh T. Minh-ha‘s Buch „Elsewhere/ Within Here – Immigration, Flucht und das Grenzereignis“ eine collagierte Zusammensetzung zwischen Text und Sound in Form einer musikalischen Weiterentwicklung und Erweiterung. Gesprochen und gesungen werden diese Texte von Rosivita.

(Ada Karlbauer).

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